Globale Naturschutzkonferenz - Bilanz: Gute Ansätze, aber viel zu langsam

Montag, den 02. November 2026 um 08:08 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
| Drucken |

Symbolbild Weltnatur - erstellt mit KI (c) Google Gemini[Welt] Die 17. Weltnaturkonferenz (COP17) ist am 31. Oktober 2026 nach zweiwöchigen, zähen Verhandlungen in der armenischen Hauptstadt Eriwan zu Ende gegangen. Die erste Bestandsaufnahme des globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal* verdeutlichte zwar positive Entwicklungen bei Schutzgebieten und der Renaturierung, zeigte jedoch zeitgleich, dass das aktuelle Tempo weltweit nicht ausreicht, um das Artensterben bis 2030 umzukehren. Aus diesem Grund fordern die Mitgliedstaaten im verabschiedeten „Pfad von Eriwan“ eine deutliche Beschleunigung aller Naturschutzmaßnahmen.

* Das Kunming-Montreal-Abkommen von Ende 2022 ist der wichtigste weltweite Vertrag zum Schutz der Natur - ein globaler Notfallplan, um unsere Lebensgrundlagen (sauberes Wasser, gesunde Böden, Luft und Artenvielfalt) zu retten: KLICKmal.

Zwei Wochen lang haben Politiker aus aller Welt auf dieser 17. Weltnaturkonferenz intensiv darüber verhandelt, wie das weltweite Artensterben gestoppt werden kann. Das Treffen galt als wichtige Halbzeitkonferenz, um zu prüfen, ob die vor vier Jahren beschlossenen, ehrgeizigen globalen Naturschutzziele überhaupt noch erreicht werden können. Die Bilanz fällt gemischt aus: Es gibt zwar spürbare Fortschritte, doch das weltweite Tempo reicht bei Weitem nicht aus.

Die Konferenz lieferte eine ehrliche und ernüchternde Bestandsaufnahme der weltweiten Lage. Zwar stehen international mittlerweile mehr Gebiete unter Schutz und zerstörte Naturlandschaften beginnen sich an vielen Orten wieder zu erholen, doch die Staatengemeinschaft hinkt ihren eigenen Plänen hinterher.

Wenn die Maßnahmen nicht drastisch beschleunigt werden, sind die gesetzten Ziele für das Jahr 2030 nicht mehr einzuhalten. Unter dem Namen „Pfad von Eriwan“ wurde daher ein dringender Appell verabschiedet, der alle Länder zu spürbar mehr Tempo beim Schutz der biologischen Vielfalt verpflichtet.

Ein zentraler Streitpunkt der Verhandlungen war wie so oft das Geld. Die Frage, wie der globale Naturschutz dauerhaft finanziert werden soll und welche Länder wie viel beitragen, führte zu zähen Diskussionen. Eine endgültige Einigung auf einen festen Finanzmechanismus blieb aus und wurde auf die nächste Konferenz vertagt. Immerhin konnte ein konkreter Arbeitsmodus vereinbart werden, um vor allem die am wenigsten entwickelten Staaten sowie kleine Inselstaaten künftig gezielter zu unterstützen.

Deutschland positionierte sich dabei erneut als verlässlicher Partner und bleibt der international größte Geldgeber für den Naturschutz. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte, dass man es sich schlicht nicht leisten könne, achtlos mit den eigenen Lebensgrundlagen umzugehen. Neben den globalen Zusagen versprach er, auch in Deutschland die gezielte Wiederherstellung von geschädigten Ökosystemen konsequent voranzutreiben, da intakte Natur eine Grundvoraussetzung für gesundes Leben und erfolgreiches Wirtschaften sei.

Einen echten Durchbruch gab es hingegen bei den Rechten der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften. Da diese Menschen oft in den biologisch wertvollsten Regionen der Erde leben, wurde ihre Rolle als Hüter der Natur offiziell gestärkt. Ein neu geschaffenes Gremium sorgt dafür, dass sie in Zukunft offiziell mitentscheiden dürfen, wie die Natur vor ihrer Haustür geschützt wird. Ihr traditionelles Wissen und lokale Mitspracherechte werden bei zukünftigen Entscheidungen fest verankert .

Weniger greifbar blieben die technischen Details zu den Gewinnen aus digitalen Gendaten von Pflanzen und Tieren. Da sich die Verhandlungspartner nicht final einigen konnten, startet hierzu vorerst eine Testphase.

Nach zähem Ringen richtet sich der Blick nun nach Südamerika, wo im Jahr 2028 in Ecuador die nächste Weltnaturkonferenz stattfinden wird. Bis dahin müssen die Nationalstaaten beweisen, dass sie ihre Hausaufgaben verstanden haben.

Originalquelle: https://presse.bundesumweltministerium.de/ <-KLICK

Quelle: KI Googles Gemini - für HESSENMAGAZIN.de ergänzt und allgemeinverständlich aufbereitet ;-)


Das auch noch

02. November 2026: BUND fordert von Bundesregierung Abbau naturschädlicher Subventionen

Anlässlich der am Wochenende zu Ende gegangenen 17. UN-Biodiversitätskonferenz in Jerewan erklärt Nicola Uhde, BUND-Expertin für globale Biodiversitätspolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Die Bundesregierung muss die Beschlüsse aus Jerewan jetzt umsetzen und das Weltnaturabkommen ernst nehmen. Dazu gehört, klima- und umweltschädliche Subventionen abzubauen: etwa die Energiesteuerbefreiung für Kerosin mit knapp 7 Milliarden Euro, die Dieselsteuervergünstigung mit rund 6,5 Milliarden Euro, den befristeten Tankrabatt sowie Agrarsubventionen ohne wirksame Umweltanforderungen. Die Bundesregierung muss den politischen Rahmen so setzen, dass der Verbrauch von Energie, Ressourcen und Fläche auf ein für Natur und Klima verträgliches Maß sinkt. Naturschädigende Wirtschaftsweisen müssen gestoppt werden; Raubbau an der Natur darf sich nicht mehr lohnen. Deutschland darf sich nicht weiter an der Naturzerstörung weltweit beteiligen.“

Hintergrund:

Die 17. UN-Biodiversitätskonferenz in Jerewan, Armenien, dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 31. Oktober. Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen haben sich die Delegierten doch noch auf gemeinsame Beschlüsse zu wichtigen Themen einigen können: Die erste weltweite Überprüfung der Umsetzung des Weltnaturabkommens, die Finanzierung des globalen Biodiversitätsschutzes, die Stärkung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sowie die bessere Verzahnung von Biodiversitäts- und Klimaschutz.

Die 17. UN-Biodiversitätskonferenz diente der ersten globalen Überprüfung des vor vier Jahren in Kunming-Montreal vereinbarten Weltnaturabkommens. Die Bestandsaufnahme zur Halbzeitbilanz zeigte deutlich, dass die bisherigen Fortschritte bei Weitem nicht genügen, um die 23 vereinbarten Ziele des Weltnaturabkommens bis 2030 zu erreichen. Auch in Deutschland fehlen für die meisten Ziele noch immer konkrete Maßnahmen.

Mehr Informationen:

  • Positionspapier der Umweltorganisationen zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz
  • BUND-Naturschutzklage: BUND reicht Verfassungsbeschwerde ein
  • Kontakt: Nicola Uhde, BUND-Expertin für globale Biodiversitätspolitik, Tel.: +49 30-275 86 498, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
  • Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky, Instagram, Youtube und Facebook

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft. Regelmäßig legt der BUND mit dem Jahresbericht seine Tätigkeiten und Finanzen offen. Transparenz verstehen wir als ein Zeichen des Respekts gegenüber allen, die uns unterstützen und unsere Unabhängigkeit sichern.

Quelle Text: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin