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Mit KI den Stadtwald fit für die Zukunft machen

Fachtreffen mit bundesweiter Beteiligung: Waldkongress (c) Frankfurt, Holger Menzel

[Frankfurt am Main] Mit einem klaren Appell für einen verantwortungsvollen, praxisnahen Einsatz neuer Technologien ist am Donnerstag, 5. Februar 2026, der vierte Waldkongress der Stadt Frankfurt am Main im Zoo-Gesellschaftshaus zu Ende gegangen. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Forstpraxis, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Naturschutz diskutierten über Waldentwicklung, Artenschutz, Biodiversität und Verkehrssicherung und wie die Rolle digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz dabei aussehen kann. Denn insbesondere bei aktuellen Herausforderungen wie der Anpassung der Wälder an die Folgen der Klimakrise scheinen präzise Daten und effiziente Auswertungsmethoden immer notwendiger.

„Künstliche Intelligenz ist kein Heilsversprechen, aber sie kann ein wichtiges Werkzeug sein, um Klimastress, Risiken und Schäden früher zu erkennen und fundiertere Entscheidungen zu treffen“, sagte Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, bei ihrer Begrüßung. Entscheidend sei, dass neue Technologien fachliche Expertise nicht ersetzen können. Fakten, Wissenschaft, Technologie und Praxis müssen Hand in Hand gehen, um die Zukunftsfähigkeit unserer kommunalen Wälder als Natur-, Erholungs- und Klimaräume zu erhalten.

Der Waldkongress habe sich seit seiner Premiere 2019 bundesweit als zentraler Ort des fachlichen Austauschs etabliert. Was als Reaktion auf erste aufeinanderfolgende Trockenjahre begann, sei heute aktueller denn je: Über 97 Prozent der Bäume im Frankfurter Stadtwald zeigen Stresssymptome durch Hitze, Trockenheit und Extremwetter.

„Wir erleben keinen Ausnahmezustand mehr, sondern einen neuen Normalzustand. Es ist nun an uns, einen guten Umgang mit diesem Zustand zu finden, damit der Wald all seine wichtigen Funktionen auch weiterhin erfüllen kann“, sagt Zapf-Rodríguez.

In sechs Fachvorträgen zeigten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, wie digitale Waldzustandserfassung, Fernerkundung, KI-gestützte Risikoanalysen oder sogenannte digitale Zwillinge helfen können, Waldgesundheit, Waldbrandgefahr, Schädlingsbefall sowie die Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen besser einzuschätzen. Die daraus resultierende Gretchen-Frage stellte Biologin und Buchautorin Frauke Fischer im letzten Vortrag: „Kann KI die Natur retten?“.

Deutlich wurde die Schlussfolgerung des gesamten Waldkongresses: Technologie wird Nutzen vor allem dann entfalten, wenn sie in klare ökologische und forstliche Zielsetzungen eingebettet ist.

Tragfähige Leitlinien für die künftige Entwicklung des Frankfurter Stadtwaldes zu erarbeiten, das ist auch das Ziel des Frankfurter „Walddialogs“, auf den Zapf-Rodríguez im Rahmen des Fachkongresses hinwies. Das Dialogformat, das im Herbst 2025 gestartet wurde, bringt erstmalig in Frankfurt Naturschutzverbände, Wissenschaft, Verwaltung und Forstpraxis zu gemeinsamen Gesprächen zusammen. Zapf-Rodríguez erklärte: „Der Schutz unseres Stadtwaldes braucht beides: neues Wissen und einen offenen Dialog. Unser übergeordnetes Ziel war und ist stets die Zukunftsfähigkeit des Frankfurter Waldbestandes als Naturwald.“

Ein zentrales Ergebnis des „Walddialogs“ ist die Entscheidung, ein flächenscharfes Gutachten für den Frankfurter Stadtwald zu beauftragen. Dieses soll sowohl Prozessschutzflächen als auch Bereiche für eine zurückhaltende, ökologisch begründete Waldpflege definieren und die Grundlage für politisch fundierte Entscheidungen bilden. Die im „Walddialog“ beteiligten Akteurinnen und Akteure sollen regelmäßig in die Erarbeitung dieses Handlungskonzeptes eingebunden werden.

Quelle: Frankfurt

 

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