Der Sommer ist anders geworden

Donnerstag, den 28. Mai 2026 um 06:23 Uhr Gut zu wissen - Umwelt
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Idealbild: Helle, beschattete und begrünte Terrasse - KI-generiert (c) Gemini[Hessen und Drumherum] Können Sie sich erinnern, wie man sich früher über echte Sonnenwärme freute - mit den aufgeheizten Steinplatten und noch warmen Mauern am Abend, wenn die Sonne unterging und es frisch wurde? Da saß man mit seinem ersten Sonnenbrand im Gesicht auf der Terrasse oder dem Balkon zusammen und wollte noch nicht ins Haus gehen, lieber die Abendluft genießen, und fröstelte doch schon ohne Strickjacke. Oder wie man sich bemühte, tagsüber Windschutz aufzustellen, damit man im T-Shirt draußen zu Mittag essen konnte?

Und so sieht es heute aus, wenn die erste Hitzewelle uns schon im Mai überrollt mit stahlblauem Himmel und sengender Sonne:

Währenddessen bejubeln Radiomoderatoren unermüdlich die „herrlichen Sommertage“ – aus ihren klimatisierten Studios heraus. Wer jetzt aber einkaufen muss, erlebt etwas anderes, spätestens beim Griff ans 60 Grad heiße Lenkrad.

Hund und Kinder - oder Oma - ins sonnenbeschienene Auto zu verfrachten war bzw. ist nur lustig, wenn man an den Strand, an den See oder ins Schwimmbad fährt und bereits entsprechend luftig gekleidet ist. Offizielle Job-Termine im Jacket sind dagegen eine echte Tortur.

In der Wohnung oder im Büro sitzt man ab dem Morgen hinter heruntergelassenen Rolläden im Dunklen. Erst nach Sonnenuntergang wird gelüftet - und dann bemerkt man ein neues Phänomen: Beim Öffnen eines Schrankes kommt einem noch einmal gespeicherte Wärme entgegen.

Am Ende entschließt man sich, trotz hoher Stromkosten eine Klimaanlage zu kaufen, wetten?

Das auch noch

Die Sonne brennt

In Hessen steigt die sonnenbrandwirksame UV‑Strahlung seit Jahren spürbar an. Darauf weisen die langfristigen Messreihen der der Bundesamt‑für‑Strahlenschutz‑Station in Langen hin, die als einzige hessische Messstelle seit 1993 kontinuierlich Daten liefert.

Hohe UV‑Werte – besonders UVI 6 bis 8 – treten heute deutlich häufiger auf als früher. Ursache sind veränderte atmosphärische Bedingungen wie mehr Sonnenscheindauer, andere Wolkenmuster und zeitweise dünnere Ozonschichten.

Bereits ab März wird in Hessen regelmäßig der schutzrelevante Wert UVI 3 überschritten. Im Frühsommer sind UVI 7 bis 8 üblich, an klaren Hochsommertagen kann der Index bis 9 steigen. Es wird daher zu früherem und konsequentem Sonnenschutz im Alltag geraten.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de