[MKK] Die Stadt Nidderau setzt ein Zeichen für die ökologische Zukunft der Region und hat in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband (LPV) Main-Kinzig-Kreis das zukunftsweisende Projekt „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ ins Leben gerufen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird ein Konzept entwickelt, das die städtischen Grünflächen nicht nur ökologisch aufwertet, sondern sie auch widerstandsfähiger gegen die Herausforderungen des Klimawandels macht. Der LPV übernimmt dabei die Federführung bei der Erstellung detaillierter Pflegekonzepte und konkreter Maßnahmenpläne, die eine moderne und nachhaltige Bewirtschaftung im Stadtgebiet sicherstellen.
Ein zentraler Baustein des Vorhabens ist die Verbindung von Biodiversität und praktischem Ressourcenmanagement. Das heißt, dass die Naturvielfalt in der Stadt erhöht und gleichzeitig dafür gesorgt werden soll, Pflegearbeiten und die anfallenden Naturmaterialien (wie Grünschnitt) sinnvoll zu nutzen als Kompost, Mulch oder Energieträger. Neben der Förderung der Artenvielfalt steht auch die Weiterbildung des städtischen Personals auf der Agenda.
Begreifbar wird der Klimaschutz für die Bevölkerung durch die geplanten „Pikoparks“. Diese kleinen, strategisch angelegten Naturoasen sollen das lokale Mikroklima spürbar verbessern und gleichzeitig neue Räume mit hoher Aufenthaltsqualität im urbanen Raum schaffen. Das Projekt setzt zudem auf eine starke Beteiligung der Öffentlichkeit, um das Bewusstsein für die Bedeutung natürlicher Klimaschutzmaßnahmen im direkten Wohnumfeld zu schärfen.
Die Finanzierung dieser bis 2027 angelegten Initiative erfolgt durch Fördermittel der KfW im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Damit positioniert sich Nidderau als proaktive Kommune, die Klimaresilienz und Lebensqualität durch naturnahe Lösungen erfolgreich miteinander verknüpft.
Quelle Recherche Text: lpv-mkk.de
Hintergrund - Gut zu wissen
Das Projekt in Nidderau wird durch das KfW-Förderprogramm 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ unterstützt. Dieses Programm ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesumweltministeriums.
1. Die vier Fördersäulen (Module)
Das Programm ist in spezifische Bausteine unterteilt, von denen Nidderau mehrere kombiniert:
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Modul A: Naturnahes Grünflächenmanagement. Hierunter fällt die Erstellung des Pflegekonzepts durch den LPV sowie die Anschaffung spezieller Geräte (z. B. insektenschonende Mähtechnik).
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Modul B: Baumpflanzungen. Förderung für neue Straßenbäume und die Optimierung von Standorten für Bestandsbäume.
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Modul C: Naturoasen (Pikoparks). Gezielte Förderung für kleine, naturnahe Parks in Wohnvierteln, um Hitzeinseln zu reduzieren.
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Modul D: Entsiegelung. Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen durch das Entfernen von Beton oder Asphalt.
2. Finanzielle Eckpunkte
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Hohe Förderquote: Die KfW übernimmt hier 80 % bis 90 % der förderfähigen Kosten.
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Personal- und Sachkosten: Anders als bei vielen anderen Programmen werden hier nicht nur Bagger und Pflanzen bezahlt, sondern auch die Personalkosten für die Konzepterstellung (z. B. die Arbeit des LPV) und die Weiterbildung der städtischen Mitarbeiter.
3. Strenge ökologische Auflagen
Um das Geld zu erhalten, muss die Stadt bestimmte Mindestanforderungen erfüllen:
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Pestizidverzicht: Auf den geförderten Flächen dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
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Regionales Saatgut: Es muss zertifiziertes, gebietseigenes Saatgut verwendet werden, um die lokale Flora nicht zu verfälschen.
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Artenschutz bei der Mahd: Der Einsatz von Laubbläsern ist untersagt, und es müssen insektenschonende Techniken (z. B. Balkenmäher statt Mulcher) genutzt werden.
Dass der Landschaftspflegeverband (LPV) mit im Boot ist, ist kein Zufall: Die KfW fordert für Modul A oft ein professionelles Pflegekonzept als Voraussetzung. Der LPV liefert genau diese fachliche Expertise, damit die Stadt die Fördermittel rechtssicher abrufen kann.
Die offizielle Meldung zum Projektstart wurde am 6. März 2026 veröffentlicht
- Projektname: „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“
- Laufzeit: Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt (bis Anfang 2028), wobei die ersten sichtbaren Maßnahmen und das fertige Konzept bis 2027 stehen sollen.
- Stadt Nidderau: Federführend ist das städtische Umweltamt. Als lokaler Ansprechpartner wird oft Milan Touché genannt, der das Thema Klimaschutz in der Verwaltung koordiniert.
- LPV MKK: Der Landschaftspflegeverband agiert als fachlicher Dienstleister. Er bringt die botanische Expertise ein, erstellt die Kataster für die Grünflächen und schult die Bauhofmitarbeiter.
Das Programm ist aktuell (Stand 2026) und noch aktiv, da die Förderrichtlinie nach der letzten Aktualisierung bis Ende 2026 befristet wurde, um die Umsetzung der Maßnahmen bis 2027 zu ermöglichen. Aber die "Goldgräberstimmung" mit 90 % Förderung ist für Neuanträge vorbei. Nidderau hat hier also genau zum richtigen Zeitpunkt (vor dem Jahreswechsel 2025/2026) zugegriffen und sich die maximalen Mittel gesichert.
Das auch noch
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist das finanzielle Werkzeug der Bundesregierung, um politische Ziele – wie den Klimaschutz oder bezahlbaren Wohnraum – durch finanzielle Anreize in die Tat umzusetzen. Sie ist die größte nationale Förderbank Deutschlands und gehört zu 80 % dem Bund und zu 20 % den Bundesländern.
Im Gegensatz zu einer normalen Geschäftsbank (wie der Sparkasse oder Volksbank) hat die KfW keine eigenen Filialen. Sie vergibt Geld nicht direkt an Privatpersonen. Man stellt den Antrag bei seiner eigenen Bank, und diese leitet ihn an die KfW weiter.
Quelle: Gemini - KI Google
Zusammenstellung: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de