[Hundewelt] Als Michel ein knuddelig-süßer Welpe war, hat man ihn oft auf dem Arm getragen. Sobald er aus dem Tierheim zu uns kam, hörte das auf. Wir brachten ihm Treppensteigen und an der Leine gehen bei. Heute ist er erstaunlich sportlich, doch an den dazu gehörenden fairen Regeln müssen wir noch arbeiten. Sein ausnehmend kluges Köpfchen diktiert ihm eine Menge widerspenstige Finten - in der Annahme, dass er selbst am allerbesten weiß, wie er am erfolgreichsten in der Spur bleibt.
Im Haus und beim Autofahren ist er inzwischen total eingenordet, kennt alle wichtigen Anweisungen und befolgt sie auch. Die große Welt draußen überfordert ihn jedoch noch. Es gibt zu viele Eindrücke, die er nicht richtig einschätzt.
Da diesem hochaufmerksamen Hundetyp (Corgimix <-KLICK) leider Gelassenheit fremd ist, muss alles täglich trainiert werden. Immer wieder gibt es Eingrenzungen wie Sssscht = nicht an der Leine vorpreschen und NEEEIIIN = nichts vom Straßenrand auflecken.
Er weiß das längst, lauert aber auf jede Gelegenheit, es doch zu tun. Die Reaktion ist dann der Gang / Heimweg an einer ganz kurzen Leine. Und seine wilden Pirouetten gehören auf diese Weise nun auch schon seit wenigen Wochen der Vergangenheit an.
Michel darf seit wenigen Tagen mit nach draußen (c) HESSNENMAGAZIN.de
Jetzt sind andere Ausfechtungen an der Reihe. Michel kämpft um das "Recht", seinen eben gerade annektierten Terrassenausguck frei zu halten von unerwünschten Störenfrieden - KLICKmal.
Sobald also ein Hauch von Hunddunst von irgendwoher herüberweht, formt sich zwischen seinen Schlappöhrchen der Gedanke: „Ich muss was unternehmen, sonst passiert was.“ Sobald sich die Distanz zu sehr verringert, baut er sich unvermittelt auf, um zähnefletschend und mit gesträubten Fell angriffslustig loszubellen wie bei einem Wikingerüberfall.
Gut sozialisierte Hunde registrieren seine Aufgeregtheit, geben keine "Antwort" und lassen sich wegführen. Was unseren ungeschulten Wildfang glauben lässt, er hätte sie vertrieben... haha.
Tja, nun müssen wir ihm beibringen, dass es nicht sein - sondern unser Job ist, die "Hochrisikozone" Terrasse und später dann den ganzen Garten zu bewachen...
Bei seinem Vorgänger hat es auch irgendwann geklappt - siehe: Leos wunderbares Hundeleben auf dem Land <-KLICK
... to be continued 
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de