Autofreie Sommerreise durch Hessen – die besten Highlights für Youngsters

Mittwoch, den 01. Juli 2026 um 08:42 Uhr Freizeit & Tipps - Freizeit
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Abenteuer im Dschungel der Großstadt (c) KI-generiert[Hessen] Wer sich eine Safari durch Afrika (noch) nicht leisten kann, könnte damit beginnen, Hessen zu erkunden. Langweilig wird das garantiert nicht, denn schon die Planung erfordert ein großes Organistionstalent. Für eine Tour kreuz und quer durch Hessen muss man z. B. beachten, dass die Zugverbindungen zwischen den Städten (Kassel – Marburg – Gießen – Frankfurt – Darmstadt – Wiesbaden) sehr gut sind, aber die Natur-Zwischenstopps (Vogelsberg, Felsenmeer im Odenwald, die Wasserkuppe oder der Taunus) mit Bussen absolviert werden muss.

Die Städtetage in Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt oder Kassel sind voller Input – die Naturtage dazwischen halten die Reise in der Waage. Outdoor-Erlebnisse sind u. a. die Wasserspiele Kassel, Kanufahren auf der Lahn, Kletterwald und Sommerrodelbahn im Vogelsberg, das Felsenmeer im Odenwald, die Seilbahn in Rüdesheim, Spaziergang über die Wasserkuppe und ein Rundgang durch den Hessenpark sowie die Tour durch den Opel-Zoo.

Beim Übernachtungskonzept mit Nutzung von Jugendherbergen (DJH) spart man massiv Budget und ruht sich in der Regel nah an den Sehenswürdigkeiten aus. Die dafür notwendige Mitgliedskarte (7 bis 22,50 Euro pro Jahr) hat sich bereits nach der ersten Nacht bezahlt gemacht.

Hier eine Auswahl mit urbaner Dynamik, Kultur, Wissenschaft und Natur als stimmiges Gesamterlebnis

1. Der Auftakt erfolgt eventuell in Kassel, wo Natur und Kunst aufeinandertreffen. Neben den monumentalen Wasserspielen im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe lädt die interaktive Grimmwelt zu einer kreativen Entdeckungsreise ein, während das moderne Documenta-Feeling in der Innenstadt für junge, urbane Impulse sorgt.

Übernachtung: Die Jugendherberge Kassel liegt am Fulda‑Ufer im Stadtteil Wolfsanger und bietet jungen Gästen eine moderne, preisgünstige Unterkunft mit guter Anbindung an Innenstadt und Sehenswürdigkeiten.

2. Am nächsten Morgen geht es weiter südlich nach Marburg. Die Universitätsstadt besticht durch das lebendige studentische Flair der historischen Oberstadt mit ihren verwinkelten Gassen. Aktive Tourer finden hier beim Kanufahren auf der Lahn den idealen Ausgleich, bevor das Erste Deutsche Polizeioldtimer-Museum einen ungewöhnlichen Zwischenstopp bietet.

Symbolbild: Kanu fahren auf der Lahn (c) KI-generiert
Symbolbild: Kanu fahren auf der Lahn (c) KI-generiert

Übernachtung: DJH Jugendherberge in Marburg mit Blick ins Lahntal und guter Anbindung an die Oberstadt und das Schloss bietet sich an - oder vielleicht alternativ schon die zentrumsnahe und modernisierte DJH Jugendherberge in Gießen.

3. Am dritten Tag steht Wissenschaft zum Anfassen auf dem Plan. In Gießen begeistert das Mathematikum als erstes Mitmach-Museum seiner Art das Publikum mit spielerischen Experimenten, während der Botanische Garten und die studentische Gastronomie zum Verweilen einladen.

Um die Reisezeit zu entzerren, schließt sich möglicherweise ein kontrastreiches Naturerlebnis in die Vulkanregion Vogelsberg an. Der "Erlebnisberg" Hoherodskopf lockt mit Kletterwald und Sommerrodelbahn, und das beschauliche Ulrichstein bietet dazu die ideale Kulisse mit einem Naturschwimmbad. Als Alternative bietet sich die 10-15 km entfernte Kleinstadt Schotten mit offenem See (und Campingplatz) an.

Übernachtung: Jugendherberge Hoherodskopf unterhalb des Gipfels, um inmitten der Natur Kraft für die zweite Hälfte der Reise zu tanken.

Das Frankfurter Mainufer (c) KI-generiert4. Am vierten Tag führt der Weg in die Mainmetropole Frankfurt, die eine Brücke zwischen Hochtechnologie und "Urban Culture" schlägt. Das Experiminta Science Center lädt zu physikalischen Experimenten ein, der Innenstadt-Zoo sowie der Palmengarten bieten interssante Oasen, und die Kulisse rund um das Mainufer liefert ein perfektes urbanes Ambiente. Nicht zu verachten: Die Zeil ab der Hauptwache für unschlagbare Shoppingserlebnisse!

Übernachtung: Jugendherberge Frankfurt am Mainufer des quirligen Stadtteils Sachsenhausen mit Brücke zur Innenstadt.

5. Nach der Übernachtung geht es am fünften Tag weiter nach Darmstadt, wo das ESA/ESOC‑Besucherzentrum faszinierende Einblicke in die europäische Raumfahrt gewährt, völlig anders ergänzt durch das historische Jugendstil‑Ensemble auf der Mathildenhöhe. Die Stadt wartet außerdem auf mit zahlreichen Parks wie Herrngarten, Orangerie und Prinz‑Georg‑Garten, die sich als entspannende Zwischenstopps eignen. Für eine Bademöglichkeit sorgt das Woog‑Naturfreibad, ein großer, baumbestandener See mitten in der Stadt, der besonders bei jungen Leuten beliebt ist.

Übernachtung: Jugendherberge in Darmstadt in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt.

6. Das letzte Drittel der Reise widmet sich entweder dem Rheingau oder dem Odenwald und der Bergstraße mit Bensheim und Heppenheim.

a) Eine Seilbahnfahrt in Rüdesheim am Rhein hinauf zum Niederwalddenkmal eröffnet weite Blicke über die Weinberge und den Rhein. Die Fahrt ist kurz, aber eindrucksvoll und gehört zu den beliebtesten Jugend‑Highlights im Rheingau.

b) Das sagenumwobene Felsenmeer im Odenwald hält ein echtes Kraxelabenteuer bereit. Zwischen den gewaltigen Felsblöcken können junge Besucher klettern, springen, fotografieren und sich auspowern – ein Naturerlebnis, das in Hessen einzigartig ist.

c) Die Bergstraße mit Bensheim und Heppenheim ergänzt den Reiseabschnitt mit historischen Altstädten, Burgen und Weinbergen. In Bensheim locken das Auerbach Schloss und die Weinlagen am Hang, während Heppenheim mit Fachwerk, Marktplatz und Starkenburg einen atmosphärischen Abschluss bietet. Die Wege sind kurz, die Kulissen abwechslungsreich. Die ganze Region eignet sich prima für einen jugendgerechten Mix aus Natur, Kultur und Bewegung.

Übernachtung: Die DJH Jugendherberge in Bensheim liegt am Rand der Weinberge und ermöglicht schnelle Wege zu Ausflugszielen wie Felsenmeer, Auerbach Schloss, Altstadt Bensheim, Heppenheim und den Naturpfaden im Geo‑Naturparks Bergstraße‑Odenwald.

7. Nach diesen Erlebnissen folgt die letzte Übernachtung in Wiesbaden. Am finalen Tag lässt sich die Reise nach einer Fahrt mit der historischen Standseilbahn auf den Neroberg und einer letzten Action-Einheit im Kletterwald inmitten der entspannten Atmosphäre des Wiesbadener Stadtzentrums stilvoll beschließen.

Übernachtung: Die Jugendherberge Wiesbaden liegt oberhalb der Stadt am Neroberg, im Grünen und dennoch gut angebunden.


Beispiel Rhön: Blick über das Land der offenen Fernen (c) KI-generiertSelbstverständlich könnte man seine Hessen-Safari noch durch den östlichen Landesteil mit Fulda und der Rhön erweitern. Das "Land der offenen Fernen“ mit den weiten, unbewaldeten Hochflächen bietet kleine und längere Wanderziele zum Pferdskopf, der Milseburg oder der Abtsrodaer Kuppe. Dazu wartet der idyllische Guckaisee am Fuße der Wasserkuppe im Sommer mit willkommener Abkühlung, Liegewiesen und einer Floßinsel auf.

Die Stadt Fulda liegt nur eine kurze Busfahrt von der Wasserkuppe entfernt und lässt sich perfekt mit einem Ausflug in die Rhön verbinden. Die Stadt ist vor allem durch ihr prächtiges Barockviertel, ihre Geschichte als Bischofssitz und ihre lebendige Altstadt bekannt.

Übernachtung: Die Jugendherberge in Fulda liegt etwas oberhalb der Stadt in ruhiger, grüner Lage auf dem Neuenberg, ist aber dennoch gut angebunden. Von dort aus erreicht man das barocke Zentrum von Fulda in einer knappen halben Stunde zu Fuß oder mit dem Bus.


Gleichermaßen wäre ein Schlenker in den Taunus lohnenswert mit dem Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach. Auf seinem weitläufigen Gelände begibt man sich auf eine faszinierende Zeitreise durch das dörfliche und kleinstädtische Leben vergangener Jahrhunderte.

Nicht weit entfernt erwartet einen bereits das nächste historische Abenteuer im Outback des Taunus mit dem rekonstruierten Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg. Direkt am UNESCO-Welterbe Limes gelegen, gewährt die sorgsam wieder aufgebaute Festung tiefe Einblicke in den Alltag der römischen Soldaten und das Leben an der einstigen Grenze des Imperiums.

Neben der Historie lockt der Große Feldberg mit 881 Metern als höchster Gipfel des Taunus und beliebtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker. Wer den Aufstieg meistert – ob sportlich auf zwei Rädern oder gemütlich zu Fuß, wird bei gutem Wetter mit einem atemberaubenden Panorama belohnt, das weit über das Rhein-Main-Gebiet hinausreicht.

Bei einem interessanten Abstecher an den sonnigen Südhang des Mittelgebirges findet man sogar die passenden Tiere für seine Safari. Im riesigen Opel-Zoo Kronberg kann man Elefanten, Giraffen, Affen und Erdmännchen und viele andere Tiere mehr in weitläufigen Gehegen fast wie in freier Wildbahn beobachten.

Übernachtung: Im Taunus gibt es zwei hervorragend gelegene Jugendherbergen, die sich ideal als Basislager für Ausflüge zum Großen Feldberg, zur Saalburg oder in den Hessenpark eignen.

Die Jugendherberge Oberreifenberg (Schmitten) direkt am Fuße des Großen Feldbergs auf über 600 Metern Höhe ist die ideale Wahl für Naturbegeisterte und Wanderer. Die Jugendherberge in Bad Homburg liegt zentral in der Kurstadt mit etwas städtischem Flair und gut zu verknüpfen mit einem Spaziergang durch den wunderbaren Kurpark.


Einen Monat ohne Auto mit Bus und Bahn unterwegs

Das Schülerticket Hessen ist ein persönliches Jahresabo für Schüler*innen und Auszubildende. Für 33,80 Euro im Monat ermöglicht es die landesweite Nutzung von Bus, Tram, U‑Bahn, S‑Bahn und Regionalzügen – unabhängig vom Wohn‑ oder Schulort.

Das Ticket gilt rund um die Uhr, ist nicht übertragbar und wird als Chipkarte ausgegeben. Berechtigt sind Schüler aller Schularten sowie Auszubildende und Freiwilligendienstleistende.

Das Abo verlängert sich automatisch und kann zum Monatsende gekündigt werden.

Wer das "Schülerticket Hessen" bis zum 10. dieses Monats online bestellt, kann es bereits ab 1. August 2026 nutzen. Das Ticket ermöglicht jungen Menschen für 33,80 Euro im Monat bzw. 398 Euro im Jahr die kostengünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im ganzen Bundesland Hessen. Es gilt in Bussen, Trams, RegioTrams, S‑Bahnen, U‑Bahnen, Regionalzügen sowie im AnrufSammelTaxi (AST).

Buchen lässt sich das Ticket bequem online über den NVV, alternativ auch in den Kundenzentren oder im Abocenter. Voraussetzung ist, dass die Berechtigten in Hessen wohnen, zur Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren.

Damit das Ticket rechtzeitig vorliegt, empfiehlt der NVV die Bestellung vor dem Stichtag.

Gut zu wissen: Im Unterschied dazu richtet sich das Deutschlandticket an alle Fahrgäste und gilt bundesweit im Nahverkehr. Für 49 Euro im Monat ermöglicht es Fahrten quer durch Deutschland – sinnbildlich von Hamburg bis München oder von Ost nach West. Fernverkehrsangebote wie ICE, IC oder EC sind allerdings nicht eingeschlossen.

LINK: https://abo.kvg.de/Abo/new.aspx

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de