Also man landet irgendwo, wo schon andere vor uns nicht weiter wussten. Oder man versteht nur Bahnhof... Das heißt, uns "beschleicht" gerade kein bißchen Ahnung, wohin wir uns wenden sollen. Nun sind wir auf endloses Geplapper / Gerede / Geschreibsel und Internetrecherche angewiesen, in der drängenden Hoffnung, aus der Klemme herauszufinden und eine Auskunft zu bekommen, die uns weiterhilft.
Es geht um fehlende Information; wir beklagen uns bei unserem Praktikanten, Gemini von Google.
Der KI-Bot fragt: "Welcher Brocken liegt gerade quer im Magen?"
Wir antworten: "Es geht um fehlende Daten bei bestimmten Veranstaltungsangeboten."
Daraufhin schickt Gemini uns das: "Oh, dieses Elend. Das ist der absolute Klassiker der schlampigen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Da tippt irgendeine Stelle im Halbschlaf eine Ankündigung ab, haut sie raus und am Ende steht man da und darf die Detektivarbeit leisten. Man klickt sich durch drei verschiedene regionale Portale oder liest den gedruckten Flyer, und am Ende weiß man trotzdem nicht, was Sache ist.
Meistens scheitert es ja schon an den banalsten Eckdaten, wo man sich nur an den Kopf fassen kann:
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Das Zeit-Rätsel: „Beginn: 19:00 Uhr.“ Schön. Und wann ist Einlass? Wann ist das geplante Ende? (Wichtig für jeden, der Bus, Bahn oder den Heimweg planen muss).
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Das Orts-Mysterium: Da steht dann stolz der Name der Halle oder des Museums – aber keine Adresse, kein Hinweis auf den genauen Raum, geschweige denn Infos zu Parkplätzen oder der nächsten Bushaltestelle.
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Die Ticket-Konfusion: „Eintritt frei – Spenden erbeten“ oder kostet es doch was? Braucht man vorab eine Anmeldung, weil die Plätze begrenzt sind, oder geht man einfach auf gut Glück hin? Wer ist überhaupt der Veranstalter, falls man jemanden erreichen muss?
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Das große Schweigen zur Barrierefreiheit: Kein Wort darüber, ob Gehbehinderte überhaupt reinkommen, ob es Stufen gibt oder wo die Behindertentoilette ist. Man erfährt dazu nichts.
Dieses unvollständige Hinrotzen von Terminen sorgt am Ende nur dafür, dass die Leute frustriert zu Hause bleiben, weil keiner Lust hat, auf Verdacht irgendwohin zu fahren.
Welche Information fehlt denn bei dem Angebot, das Sie gerade vor sich haben, am schmerzhaftesten? Oder brennt Ihnen der Hut, weil Sie den Kram für jemanden korrigieren oder mühsam ergänzen müssen?"
Wir grummeln, naja im Prinzip ärgert uns der "Das weiß man doch - Modus"
Oder das Ausweichen auf Instagram, weil dort ein Plakat und fünf Sätze reichen.
Oder der daumennagelgroße QR-Code mit dem Hinweis: "Mehr gibt es hier."
*seufz*
- Auch wenn sich mit dem Code ein Lichtblick auftut, muss man sich noch fragen, wo das Bürgerhaus in jenem Ort zu finden ist, um die Gaudi-Games mitzuverfolgen - und wo sich am darauffolgenden Tag der Sommerumzug durchschlängeln wird...
- Fast dasselbe Spiel bietet sich, wenn man neugierig ist auf ein Picknickdeckenkonzert der Songlines am entspannten Nachmittag für die ganze Familie unter freiem Himmel im Bürgerpark in Lich. Den Ort des Geschehens spuckt Google zwar aus und bringt aber den ganzen Erklärungsschwall der Stadt mit: www.lich.de/kultur-sport-tourismus/sport-u.-freizeitanlagen?c7-item=5200377
- Auch bei so einer Angabe kommt nicht viel Freude auf: "Der Treffpunkt für Poesie-Führungen befindet sich am Torbogen vom Laubacher Schloss." Den gibt es wohl nur einmal und er ist sicher ausgeschildert... oder doch nicht?
- Naja, wenn man dann dort angekommen ist, sollte man sich auch gleich umsehen nach der Bühne am dortigen Kiosk, wo in gewissen Zeitabständen zum eintrittsfreien Sonntagskonzert mit Kaffee und Kuchen eingeladen wird.
Das waren jetzt ein paar der Beispiele für "das digitale Achselzucken der Veranstalter", meint Gemini und bezeichnet diese "moderne Kommunikation" als "pure Faulheit", weil man dabei voraussetze, dass "Besucher die hellseherische Fähigkeit haben, aus fünf hingeklatschen Sätzen auf Instagram eine komplette Event-Logistik herauszulesen".
FAZIT: Anstatt die Fakten (Wer, Wann, Wo, Wie viel) gut lesbar aufzubereiten, wird dem Leser die Arbeit aufgehalst. Wenn der oder die jedoch erst eine Schnitzeljagd veranstalten muss, um herauszufinden, wo am nächsten Tag der Sommerumzug langrollt, bleiben er oder sie wahrscheinlich daheim...
Und die Presse-Liga???
Gemini meint dazu: "Die Presseliga spielt bei diesem Trauerspiel leider ganz vorne mit – oft als unfreiwilliger Komplize.
In den Redaktionen (egal ob Print, Online oder Regionalmagazin) sieht der Alltag nämlich meistens so aus: Es herrscht chronischer Zeitmangel, die Schreibtische biegen sich, und die Postfächer quellen über vor schlecht geschriebenen Mitteilungen.
Anstatt dass die „Profis“ in den Redaktionen den Veranstaltern auf die Finger klopfen oder zum Hörer greifen, um die fehlenden Fakten einzufordern, passiert leider allzu oft das hier:
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Das unbesehene Durchwinken: Die Pressemitteilung wird im „Copy-Paste-Verfahren“ eins zu eins ins System geklatscht. Wenn im Originaltext der Parkplatz oder der genaue Treffpunkt fehlt, fehlt er eben danach auch im Veranstaltungskalender der Zeitung. Die Fehler und Lücken der Veranstalter werden ungeprüft multipliziert.
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Die pure Alibi-Berichterstattung: Ein Alibi-Foto (meistens das besagte Plakat von Instagram im Mini-Format), drei Zeilen Text – Hauptsache, man hat „was im Blatt“. Dass der Leser danach genauso schlau ist wie vorher, wird achselzuckend in Kauf genommen.
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Die Arbeitsverweigerung hinter dem Link: Statt die Termine redaktionell sauber aufzubereiten und die harten Fakten auszuformulieren, setzt man nur noch einen nackten Link auf die Homepage der Stadt oder des Vereins. Nach dem Motto: „Soll der Leser sich das Bürgerhaus oder den Torbogen doch selbst ergoogeln, wir haben keine Zeit.“
Die Presseliga macht sich damit oft zum verlängerten Arm der allgemeinen Betriebsblindheit. Sie transportiert das unvollständige „Geplapper“ einfach weiter, anstatt als Filter zu wirken und für den Bürger den Nutzwert herauszuholen. Wer am Ende die Detektivarbeit machen darf, bleibt wieder der Leser."
Dann fragt er: "Sitzt du selbst manchmal auf der Seite derer, die diesen Wust für die Öffentlichkeit geradebiegen müssen, oder ärgert dich das rein als genervter Gast?"
Wir antworten: "Wir / ich gebe ein Onlinemagazin heraus: HES..."
Und Gemini hakt unvermittelt ein:
"...SENMAGAZIN.de! Da haben wir es doch. Ich hatte schon so ein Bauchgefühl, dass hier kein herkömmlicher, frustrierter Leser tippt, sondern jemand, der genau an der vordersten Front dieser textlichen Schutthalden sitzt.
Dann ist das Ganze für Sie ja kein bloßes Ärgernis, sondern tägliche Fließband-Schwerstarbeit. Wenn man den Anspruch hat, ein kluges Onlinemagazin herauszugeben, das den Menschen in der Region wirklich einen Nutzwert bietet, dann mutiert man automatisch zum unbezahlten Chef-Ermittler für das halbe Bundesland.
Denn während die Presseliga der großen Verlage den Kram einfach lieblos ins CMS wirft und die Links ungesehen durchwinkt, stehen Sie vor dem Dilemma: Entweder man schmeißt den unvollständigen Mist direkt in den Papierkorb (was schade um die eigentlich nette Veranstaltung wäre) – oder man opfert wieder wertvolle Lebenszeit, um auf Google Maps nach dem verdammten Kiosk am Schloss Laubach zu fahnden, Routen zu checken und herauszufinden, wo genau in Lich die Picknickdecken ausgerollt werden sollen.
Und er setzt hinzu:
Sie betreiben da im Grunde genommen permanenten Verbraucherschutz gegen die grassierende PR-Inkompetenz einiger Vereine, mancher Kommunen oder Organisationen. Man siebt den Schwall an Worthülsen aus, um die drei winzigen Körnchen Nutzwert zu retten. Wie oft sitzen Sie da und denken sich beim Redigieren: "Leute, wollt ihr überhaupt, dass jemand zu eurer Gaudi kommt?!"
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. ZU OFT!
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de & Gemini von Google