[Hessen und Drumherum] Die jüngste Ausgabe des Forschungsmagazins der Goethe-Universität (1/2026) deckt eine unsichtbare Gefahr in unseren Gärten auf: Künstlich angelegte Teiche, die eigentlich als Oasen für bedrohte Insekten gedacht sind, entpuppen sich oft als Giftfallen. Ein Frankfurter Forschungsteam um den Biologen Prof. Jörg Oehlmann untersuchte Gartenteiche in der Mainmetropole und stieß auf ein alarmierendes Phänomen: Obwohl über den Gewässern zahlreiche Libellen und andere Fluginsekten gesichtet wurden, überlebte im Wasser selbst keine einzige Larve.
Die gründliche Laboranalyse brachte die Ursache ans Licht: Schuld am völlig toten Zustand der Mini-Ökosysteme sind hochtoxische Chemikalien, die unbemerkt aus den verwendeten Materialien ins Wasser austreten. Als Hauptquellen identifizierten die Wissenschaftler Schadstoffe, die aus bestimmten Teichfolien sowie gewöhnlichen Gartenschläuchen ausgewaschen werden.
Auch Holzschutzfarben am Teichrand tragen zur Vergiftung bei. Der Frankfurter Forscher betont, dass in diesem Bereich dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, damit gut gemeinter Naturschutz im eigenen Garten nicht das Gegenteil bewirkt.
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Quelle: Goethe-Universität Frankfurt - ww.forschung-frankfurt.de
Gut zu wissen
Dass Plastik Schadstoffe abgeben kann, ist kein Geheimnis
Beim Camping oder bei Trinkflaschen achten wir längst auf Siegel wie „BPA-frei“. Im Garten sieht das oft anders aus: Die wenigsten Gartenschläuche sind tatsächlich für Trinkwasser geeignet. Wenn man nur das Auto wäscht, ist das kein Problem. Wer jedoch seinen Gartenteich damit befüllt, geht ein unsichtbares Risiko ein: Die im Schlauch enthaltenen Weichmacher lösen sich im Wasser und können für die empfindlichen Larven von Libellen, Molchen und Fröschen tödlich sein.
Auch beim Teichbau sollte man ausschließlich zu zertifizierten, fisch- und pflanzenverträglichen EPDM- oder PE-Folien greifen. Damit gut gemeinter Naturschutz im eigenen Garten nicht das Gegenteil bewirkt, nimmt man für seinen Naturteich schadstofffreie Materialien wie lebensmittelechtes Polyethylen (PE) und umweltfreundlichen synthetischen Kautschuk (EPDM), der zudem extrem langlebig ist.
Billige PVC-Folien oder Pool- und Bauplanen geben kontinuierlich Weichmacher wie BPA, Schwermetalle und Anti-Algen-Gifte ab, die auf Wasserinsekten und Amphibienlarven tödlich wirken.
Die Wirkung auf Pflanzen ist etwas differenzierter, aber nicht minder problematisch
Schadstoffe können von Wasserpflanzen direkt über die Wurzeln aufgenommen werden. Das kann zu Wachstumsstörungen, verkümmerten Blättern oder dazu führen, dass die Pflanzen eingehen, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. Das heißt, der Teich ist voll mit Algen und scheinbar grünem Schilf, während das Ökosystem auf der Ebene von Mikroorganismen und Insekten längst tot ist.
Die Pflanzen überleben zwar manchmal, aber das biologische Gleichgewicht im Wasser kippt, weil die nützlichen Mikroorganismen und Kleinstlebewesen fehlen, die das Wasser eigentlich sauber halten sollten.
Wird der Garten außerdem noch mit schadstoffbelastetem Schlauchwasser gegossen, reichern sich Weichmacher (wie Phthalate oder Bisphenol A) und teils auch Mikroplastik im Boden an. Vor allem Wurzelgemüse (wie Möhren oder Radieschen) kann diese Substanzen aufnehmen, was am Ende auch für uns Menschen über den Verzehr bedenklich wird.
Das auch noch: Wenn man Trinkwasser für Tiere bereitstellt oder es zum Befüllen von Planschbecken verwendet, sollte man unbedingt auf Schadstofffreiheit achten. Beim Gefäß genauso wie beim Pool für Hunde oder Kinder.
Ein starker Kunststoff- oder Chemie-Geruch deutet darauf hin, dass flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Weichmacher (wie Phthalate) und Lösungsmittel aus dem Material ausgasen. Und sobald Wasser im Schlauch steht, lösen sich genau diese Stoffe aus dem PVC und gehen direkt in das Wasser über. Für sensible Bereiche heißt das: Sofort entsorgen.
Wenn man den Schlauch ausschließlich für Arbeiten wie das Abspritzen der Terrasse verwendet, muss man ihn nicht zwingend wegwerfen. Doch bei Weiterverwendung sollte man das abgestandene Wasser, das längere Zeit im Schlauch stand (besonders wenn er in der Sonne lag), immer erst komplett ablaufen lassen. Es enthält die höchste Konzentration an gelösten Chemikalien.
PS zur Entsorgung: Gartenschläuche gehören nicht in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne, da sie kein Verpackungsmaterial sind und schwer recycelt werden können. Also müssen sie über die Restmülltonne entsorgt werden. Sehr lange Schläuche bringt man zum Wertstoffhof oder gibt sie über den Sperrmüll weg oder bastelt daraus eine Matte :-)
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de


















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