Mykotoxine: Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln

Donnerstag, den 17. September 2026 um 00:00 Uhr Das leibliche Wohl - Gesund oder ungesund bis giftig
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Schimmel auf Obst, KI-genriert (c) Gemini[Welt] Dass verschimmelte Lebensmittel in den Abfall gehören, ist den meisten Menschen grundsätzlich klar. Das zeigt eine Bevölkerungsbefragung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2026 durchgeführt hat: 80 Prozent der Befragten entsorgen sie sofort. Für weitere 15 Prozent trifft die Aussage nicht ganz zu, denn es hängt bei sichtbarem Schimmel stark davon ab, um welche Produkte es sich handelt. Mindestens 90 Prozent der Befragten würden Joghurt, Fleisch, Müsli oder Brot gänzlich wegwerfen, wenn sie bei diesen einen Schimmelbefall bemerken. Bei frischem Obst und Gemüse tendiert fast ein Drittel der Befragten dazu, nur die verschimmelten Teile zu entfernen.

Doch Schimmelpilze können in Lebensmitteln gesundheitsschädliche Stoffe (Mykotoxine) bilden!

Der Schimmel kann sich auch in Gemüse und Obst über die sichtbar befallenen Stellen hinaus ausbreiten. Daher reicht das Entfernen dieser Stellen nicht aus, um sich vor gesundheitlichen Risiken durch Schimmelpilzgifte zu schützen.

Je nach Art und aufgenommener Menge können Mykotoxine die Gesundheit negativ beeinflussen – von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall über Leber- und Nierenschäden bis hin zu Krebserkrankungen.

Dieses potenzielle Risiko scheint jedoch nur knapp der Hälfte der Befragten bewusst zu sein. Das unterstreicht das Ergebnis, dass über 40 Prozent angaben, sich zu den gesundheitlichen Risiken von Schimmelpilzgiften eher schlecht oder sogar sehr schlecht informiert zu fühlen. Zwei Drittel der befragten Personen meinen zudem, dass nie oder selten über Schimmelpilzgifte in den Medien berichtet wird.

Die Ergebnisse der BfR-Befragung zeigen, dass teilweise große Wissenslücken bestehen. So ist zum Beispiel nur etwa der Hälfte der Befragten bewusst, dass auch industriell hergestellte Produkte aus Obst oder Gemüse und getrocknete Gewürze Schimmelpilzgifte enthalten können. Sie können nicht durch starkes Erhitzen unschädlich gemacht werden.

Wegen der möglichen Gesundheitsrisiken empfiehlt das BfR, die Risikokommunikation zu Schimmelpilzgiften zu verstärken und Verbraucherinnen und Verbrauchern eindeutige Handlungsempfehlungen zu geben.

Quelle Text: Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de

Mehr zur Befragung des BfR: HIER <-KLICK