[Frankfurt / Main] Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet – und sich dabei immer unverhohlener als Monarch oder Cäsar geriert.
Aber auch andere autokratische Politiker repräsentieren international diese Führerkultur, die in vielfacher Weise demokratisch-republikanischen Vorstellungen widerspricht.
Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen
Was bedeuten solche Selbstinszenierungen, worauf gründen sie, und warum stoßen sie teilweise sogar auf Anklang bei den Wählerinnen und Wählern? Was kann dieser rücksichtslosen Selbstherrlichkeit noch entgegengesetzt werden, oder ist die neue Realität jene alte, in der „die Starken tun, was sie wollen, und die Schwachen ertragen, was sie müssen“ (Thukydides)?
Die 59. Römerberggespräche finden am Samstag, 18. April 2026, von 10 bis 17 Uhr im Chagallsaal im Schauspiel Frankfurt, Neue Mainzer Straße 17, statt. Moderiert wird die Veranstaltung von den Journalistinnen Hadija Haruna-Oelker und Cécile Schortmann.
Programm
10 Uhr: Johannes Völz, Professor für Amerikanistik an der Goethe-Universität Frankfurt – Enthemmte Informalisierung: Zu Donald Trumps politischem Stil
11 Uhr: Ali Fathollah-Nejad, deutsch-iranischer Politologe, und Felix Lange, professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität zu Köln – Weltpolitik jenseits des Völkerrechts: Triumph des Stärksten?
12 Uhr: Vera King, Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt – Phantasmen der Grandiosität im neuen Autoritarismus
13 Uhr: Mittagspause
14 Uhr: Martin Andree, Medienwissenschaftler – Monopole, Erpressung, Machtmissbrauch: Dark Tech und Populisten übernehmen die Macht
15 Uhr: Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin und Publizistin – Männlichkeit als politisches Konzept
16 Uhr: Samira Akbarian, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Rest und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankurt – Widerstand als Hoffnung – Ziviler Ungehorsam in einer verrohten Welt
17 Uhr: Ende
Der Eintritt ist frei.
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Hintergrund
Das Programm ist in Zusammenarbeit des Vereins Römerberggespräche mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität und weiteren Partnern entstanden. Die Veranstaltung wird außerdem unterstützt vom Land Hessen, dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt. Dieses fördert die Römerberggespräche mit 23.000 Euro jährlich.
Quelle Text: Stadt Frankfurt
Gut zu wissen
Die Römerberggespräche sind eine seit 1973 bestehende öffentliche Diskussionsreihe in Frankfurt am Main. Sie widmen sich aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen und bringen Wissenschaft, Kultur, Medien und Öffentlichkeit in einem ganztägigen Gesprächsformat zusammen. Die Veranstaltungen finden einmal jährlich statt, sind frei zugänglich und verstehen sich als Forum für kritische Analyse und öffentliche Debatte: https://roemerberggespraeche-ffm.de/home/ (KI)