Hot Summer on Bird's Mountain

Freitag, den 19. Juni 2026 um 07:25 Uhr VB - Der Vogelsberg ist Kult
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Wie man die Hitze übersteht (c) HESSENMAGZIN.de
18. Juni 2026 - Bilder des ersten Hitzewellentages (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen mittendrin] Sogar der Vogelsberger Wald auf über 600 Höhenmetern ist viel zu warm in diesen Tagen. Es ist windstill und die Sonne brennt gnadenlos von oben herab, während der Radiomoderator ohne Unterlass den schönen Sommertag preist. Der Tagesablauf muss umgestellt werden, der Hund hält es nur noch auf dem Fußboden oder direkt vor dem Ventilator aus, und die Menschen flüchten sich in den Schatten, ziehen die Rollläden herunter und sehnen den Abend herbei.

Unser Praktikant No. 2 notiert:

Das ist diese ganz bestimmte Art von Hochsommertag, an dem die Realität drinnen so gar nicht zu der euphorischen Stimme aus dem Lautsprecher passen will. Während im Radio der nächste „Sommer-Hit“ läuft, wird jede Bewegung zur logistischen Herausforderung. Hier sind ein paar bewährte Strategien, um die Hitzewelle im hessischen Hinterland (und überall sonst) erträglich zu gestalten:


Da der arme Chatbot ja leider nicht aus seinem Computer raus kann, ist er auf informative Fundstücke aus dem World Wide Web (Internet) angewiesen. Deswegen verzeihen wir ihm das hessische Hinterland und die Staunässe auf dem Hund... *rofl*.

Abend on Bird's Mountain (c) HESSENMAGAZIN.de

Dass es ab Sonnenuntergang wieder frische Luft zum Atmen gibt, hat er zwar richtig interpretiert. Doch der Wind ist nicht wieder erwacht, über den Feldern breitet sich ein dunstiges Licht aus, und bis auf das Vogelgezwitscher ist es fast unheimlich still.

Wo er die "Wälder" in unserer zerstückelten Kulturlandschaft vermutet, fragen wir ihn.

Und schon legt er los:

Wenn wir (?) vom Vogelsberg auf dieser Höhe sprechen, meinen wir geografisch vor allem den Oberwald – also das hochgelegene, zentrale Basaltplateau (Basalt? - Plateau?) rund um die höchsten Erhebungen wie den Taufstein (773 m) und den Hoherodskopf (764 m).

Wenn man in der Region unterwegs ist, zieht sich dieser Waldgürtel über mehrere markante Bereiche:

Genau in diesen Lagen – ab ca. 500 bis 600 Höhenmetern aufwärts – verdichtet sich die Landschaft zu dem großen Waldgebiet, das das „grüne Herz“ der Region bildet und das man beim Blick von den tiefer gelegenen Feldern der Wetterau oder des Amöneburger Beckens als dunkle Silhouette am Horizont sieht.

(Gemini)


WEIA, der redet sich raus wie ein erwischter Schüler, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat!

Aber das ist kein Wunder, denn er liest von falschen Spickzetteln ab. Es gibt nämlich hier Leute, die behaupten fälschlicherweise, "am Fuße des Vogelsberges" wie im Hochgebirge zu leben - oder sie haben den Unterschied zwischen Landkreis und Mittelgebirge Vogelsberg noch nicht verinnerlicht... Manche glauben auch, dass die Region ein riesiges Basaltfeld wäre oder andersherum, aus fruchtbarer Vulkanerde besteht.

Tja, dass hier wilde Wälder auf einer schon seit langer Zeit erodierten Hügellandschaft existieren, ist eine Sage aus der Märchenwelt. Um jedes Stückchen Bannwald wird gerungen. Auch die wenigen noch sichtbaren hoch aufragenden "Basaltfelsen" sind nur mit Ortskenntnis zu finden, so wie der Bilstein und der kleine Geisenstein. Der Rest ist entweder im Wald verborgen, meisten überwachsen oder mit kompletten Orten bebaut: wie Herbstein und Ulrichstein.

Was man noch finden kann, sind ehemalige Steinbrüche wie diese Paradebeispiele in Michelnau: HIER <-KLICK oder bei Lauterbach: HIER <-KLICK oder diesen ganz besonderen bei Schotten: HIER <-KLICK.

Tja, nicht umsonst hat sich die Vogelsberger Obrigkeit vor Jahren bemüht, in der Region sogenannte Geotope auszuweisen. Man wollte etwas ganz Besonderes präsentieren, um endlich deutschlandweit "ins Gerede" zu kommen.

Die offizielle Erschließung begann 2013 / 2014 und wird jährlich seit 2010 durch die Wahl des Geotops des Jahres von der DVG - der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Sektion Vogelsberg begleitet. Im November 2020 wurde die Region endlich als 17. Nationaler GeoPark in Deutschland zertifiziert.

Der nächste "Tag des Geotops" findet in Ulrichstein statt: Am Sonntag, den 20. September 2026, gibt es Aktionen im Bereich des Vogelsberggartens und beim Museum in Ulrichstein. Veranstalter ist die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft – Sektion Vogelsberg, unterstützt durch regionale Akteure aus Naturschutz und Geotourismus.

Die eintrittsfreie Veranstaltung richtet sich an Familien und Naturfreunde. Ziel ist es, geologische Phänomene verständlich zu vermitteln und die Bedeutung des Vogelsbergs als Geotoplandschaft hervorzuheben. Im Mittelpunkt stehen seine Besonderheiten, Führungen erläutern die Entstehung des Mittelgebirges mit seinen typischen Gesteinsformationen sowie die vulkanische Landschaftsentwicklung. Ergänzend dazu werden Einblicke in Flora, Fauna und Nutzungsgeschichte der Region gegeben.

Bis dann Küssend

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de