Erfolg, Irrtum und die Kunst des Weitermachens

Samstag, den 11. Juli 2026 um 06:54 Uhr Veranstaltungen - Ausstellungen • Märkte & mehr
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Symbolbild KI-generiert (c) Gemini [Frankfurt] Scheitern ist ein universelles Thema, und besonders relevant dort, wo Menschen lernen, gestalten, entscheiden oder Verantwortung tragen. Jetzt bietet eine Ausstellung von Studierenden der Goethe-Universität in Frankfurt einen reflektierten, entlastenden und produktiven Blick auf das oft tabuisierte Thema mit der interaktiven Ausstellung „Schöner Scheitern“ vom 15. Juli - 20. August 2026 im Foyer des IG-Farben-Haus am Theodor‑W.-Adorno‑Platz auf dem Westend‑Campus. Der Eintritt ist frei und tagsüber zugänglich.

Warum ist Scheitern weit mehr als das Gegenteil von Erfolg?

Die Antwort zeigt die Ausstellung „Schöner Scheitern" auf zehn Roll-Ups und drei interaktiven Stationen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Studierenden des Weiterbildungsprogramms „Buch- und Medienpraxis" der Goethe-Universität Frankfurt. Unter der Programmkoordination von Dr. Nicola Menzel und der Projektleitung von Timo Gertler haben die Teilnehmenden ein Semester lang dazu recherchiert, geschrieben und gestaltet.

Das Thema wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: von der gesellschaftlichen Stigmatisierung des Scheiterns über die Psychologie dahinter bis hin zum öffentlichen Scheitern im Rampenlicht.

Weitere Stationen widmen sich gescheiterten Großprojekten wie dem Flughafen BER, dem Scheitern in Kunst und Wissenschaft sowie „glücklichem Scheitern": Erfindungen wie der Haftnotiz oder dem Farbstoff Mauvein, die aus misslungenen Experimenten hervorgingen.

Ein weiteres Kapitel widmet sich „verkannten Genies" wie Vincent van Gogh, Ada Lovelace, Lise Meitner und anderen, deren Werk erst nach ihrem Scheitern an der eigenen Zeit gewürdigt wurde.

Die zentrale Frage der Ausstellung lautet: „Wenn das Missgeschick nicht der Schlusspunkt ist, sondern Teil des Weges, sollten wir Scheitern dann neu denken?"

Neben den Ausstellungstexten lädt eine Feedbackstation die Besucher*innen ein, ihre eigenen Scheitern-Geschichten mit anderen zu teilen. Es werden Video-Statements von Studierenden über das Scheitern auf dem Campus gezeigt, und an einem Touchscreen können Besuchende an einer Umfrage zum Thema Scheitern teilnehmen und zugleich die Abstimmungsergebnisse aller bisherigen Teilnehmenden einsehen.

Die Ausstellung wird am 15. Juli 2026 um 18 Uhr feierlich eröffnet.

Boilerplate: Die Goethe-Universität ist eine eine international aufgestellte Volluniversität und gehört mit mehr als 40.000 Studierenden zu den größten und forschungsstärksten Universitäten Deutschlands und zu den größten Arbeitgebern in Frankfurt.

Quelle Text: Goethe-Universität Frankfurt


Sich schlau machen

Simulierte Ausstellungstafel: Historische Entwicklung der Farbstoffe (c) Gemini
Simulierte Ausstellungstafel: Historische Entwicklung der Farbstoffe (c) Gemini

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Stoffe ausschließlich mit natürlichen Farbstoffen gefärbt – aus Pflanzen, Tieren und Mineralien. Krapp lieferte Rot, Indigo Blau, Safran Gelb, und der berühmte Purpur stammte aus Meeresschnecken. Diese Farben waren kostbar, aufwendig zu gewinnen und oft nicht beständig. Das Färben war Handwerk, Erfahrung und Zufall zugleich.

Mit der Entdeckung des synthetischen Farbstoffs Mauvein durch William Henry Perkin im Jahr 1856 begann eine neue Epoche. Zum ersten Mal konnte Farbe chemisch hergestellt und in gleichbleibender Qualität produziert werden. Aus dem Zufallsexperiment eines jungen Chemikers entstand der Grundstein der modernen Farbstoff‑ und Chemieindustrie.

Die Entwicklung synthetischer Farbstoffe machte Farbe erschwinglich und reproduzierbar. Sie veränderte die Mode, prägte die Wirtschaft und führte zur Gründung großer Chemieunternehmen. Aus der Kunst des Färbens wurde Wissenschaft – und aus dem seltenen Luxusgut Farbe ein industrielles Produkt, das die Welt dauerhaft bunter machte.

Quelle: Copilot